Stephan Lohse

Stephan Lohse

Photo: dotgain

Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar. 1990-2013 zahlreiche Engagements und Arbeit in der Freien Szene (Thalia Theater, Schaubühne, Maxim-Gorki-Theater, Schauspielhaus Wien, Sophiensaele, HAU; Lubricat, Matthaei und Konsorten, Männerensemble, Blasse Tasse etc.). Seit 1996 eigene Inszenierungen. Selten erreichtes Theaterglück: „Mit Thermoskanne wie ein Maurer zur Arbeit, Gesicht anmalen und auf die Bühne, einem Raum ohne Grenzen, ohne Angst und Scham, sich dort verausgaben, Leute nachmachen und schreien können und schön singen, ohne heiser zu werden und nach der Vorstellung mit der Thermoskanne wieder nach Hause, ohne dass das Ganze sichtbare Spuren hinterlassen hätte.“

Johanns Bruder (Suhrkamp 2020)

Johanns Bruder (Suhrkamp 2020)

Paul wird in einem Dorf nördlich von Celle von der Polizei aufgegriffen. Er hat siebzehn Hühnern den Kopf abgeschlagen. Weil er zu dem Vorfall beharrlich schweigt, wird er in eine psychiatrische Klinik gebracht. Von dort soll ihn sein jüngerer Bruder Johann abholen – die beiden haben sich seit über zwanzig Jahren nicht mehr gesehen. Als Paul seinen Bruder schließlich bittet, ihn auf eine Reise zu begleiten, willigt Johann ein. Ihre erste Station ist jenes Dorf bei Celle: Altensalzkoth. Dort versteckte sich zwischen 1946 und 1950 Adolf Eichmann, dessen Weg Paul minutiös verfolgt und aufgezeichnet hat.

In seinem neuen Roman nimmt Stephan Lohse uns mit auf eine Reise in die Geschichte: in eine Familiengeschichte voller Gewalt und in das dunkelste Kapitel deutscher Vergangenheit. Empfindsam und eindringlich erzählt er von einem ungleichen Brüderpaar und zugleich vom Holocaust in Europa – von einer überraschend wiederaufgetauchten Liebe sowie einer ungeheuren Wut, die einen verstummen lassen, aber auch zum Handeln zwingen kann.

Ein fauler Gott (Suhrkamp 2017)

Ein fauler Gott (Suhrkamp 2017)

»Lohses Roman steckt voller Trauer und Verlust, er ist anrührend, aber gänzlich kitschfrei … «
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel

»[Stephan Lohses] Roman ist einfühlsam, aber niemals kitschig, anrührend und humorvoll und zeugt von großem Gespür für sprechende Details. Ein schönes, ein beeindruckendes Debüt.«
Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Dieser Roman berührt, ohne rührselig zu sein, trifft ins Herz, macht traurig und zeigt trotzdem, wie wichtig das Leben auch in der größten Trauer ist.«
Cathrin Brackmann, WDR 4

»Ein fauler Gott ist ein zauberhafter, zärtlicher Kindheitsroman, ein ›hidden champion‹ der aktuellen Literatursaison.«
Thomas Andre, Hamburger Abendblatt

» … ein Buch mit einem exakten Blick für das Detail und einer Bildgenauigkeit, die das Seelenleben seiner beiden Hauptfiguren in wechselnden Perspektiven festhält.«
Christoph Schröder, ZEIT ONLINE