Michael Kraske

Michael Kraske

(Foto: Paul Maurer)

Michael Kraske (*1972) lebt und arbeitet als freier Journalist und Autor von Sachbüchern und Romanen in Leipzig. Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Seine Reportagen, Essays und Porträts sind u.a. bei Zeit, stern, Spiegel Online, Tagesspiegel und Psychologie Heute erschienen. Schwerpunktthemen: gesellschaftliche Radikalisierungsprozesse, psychische Krankheiten, Liebe und Sterben. Publikationen: Vorhofflimmern und 24/7 (Romane, beide im freiraum-verlag). Politische Sachbücher: Der Riss – Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört (Ullstein 2020, Sachbuchbestenliste, Spezialpreis der Otto-Brenner-Stiftung für kritischen Journalismus) und Tatworte – Denn AfD & Co. meinen, was sie sagen (Ullstein 2021).

Brot & Spiele. Manuskript, 170 S.

Das Polit- und Beziehungsdrama „Brot und Spiele“ zeigt schonungslos, wie die Demokratie in Deutschland kippen kann und wie der Opportunismus derjenigen, die sich eigentlich für moralisch integer halten, Unmenschlichkeit den Weg bereitet und Beziehungen zerrüttet. Auch wenn alles irgendwie weiter geht, bleibt am Ende nichts, wie es war – weder in Deutschland noch in der Liebe.

Synopsis

Nina, Daniel, Miriam und Deniz bilden in einer Neubausiedlung am Rande Berlins eine Schicksalsgemeinschaft. Daniel kann sich als Coach nur über Wasser halten, weil er dem aufstrebenden Rechtspopulisten Hagen Sommer sanfte Töne beibringt. Nina ist Lehrerin und schafft es immer seltener, zur Schule zu gehen. Deniz hadert damit, dass er in seiner Anwaltskanzlei nicht zum Partner befördert wird. Seine Frau Miriam arbeitet in einem Ministerium der sogenannten „Rettungskoalition“, die mit rechten Gesetzen verhindern will, dass die Rechten die Macht übernehmen.

In Berlin werden fast täglich U-Bahnen wegen islamistischer Terrorgefahr gesperrt. Rechte Wutbürger demonstrieren gegen Messergewalt. Alle steuern auf den Tag X zu, an dem die Demokratie kippt. Erträglich erscheinen den beiden Paaren diese deutschen Zustände nur, wenn sie an den Wochenenden in Rollenspielen aus der Rolle fallen. Als die Freunde erfahren, dass Daniel ausgerechnet mit dem rechten Hetzer sein Geld verdient, droht ihre Freundschaft zu zerbrechen. Doch jeder von ihnen ist gefangen in Opportunismus und Mechanismen der Verdrängung.

Nachdem Deniz in einem Prozess von einem Richter gedemütigt wird, liebäugelt er damit, in die Türkei auszuwandern, stellt aber fest, dass er viel deutscher ist als er selbst wahrhaben wollte. Miriam wird angeboten, auch unter einem rechtsradikalen Bundeskanzler weiter zu arbeiten, wenn sie nur ihren türkischstämmigen Ehemann verleugnet. Daniel versorgt seine Tochter, die sich gegen den Rechtsruck engagiert, mit Infos über Sommer. Derweil verschärft sich das Klima weiter – politisch und privat. Das Haus eines benachbarten Journalisten wird mit Kot beworfen, Nina wird in anonymen Hassmails antisemitisch beleidigt, vor dem Haus findet sie einen Schweinekopf.

Im ganzen Land explodiert die rechte Gewalt. Moscheen und Döner-Imbisse brennen. Es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände, wie die Rechtsextremisten sie seit Jahren herbeisehnen. Um die Lage zu beruhigen, wird der geistige Brandstifter Hagen Sommer als Minister in die Bundesregierung geholt. Während Deniz Eltern zusammen mit etlichen anderen fluchtartig das Land verlassen, bleibt Miriam Referentin im Ministerium. Nina wird an ihrer Schule Opfer einer politischen Säuberung und muss künftig Nachhilfe statt Geschichte unterrichten. Und Daniel verschafft seiner Tochter nichtsahnend Zugang zu einer Gala, bei der Sommer als Festredner auftritt.

Am Ende machen die vier Freunde, was sie am besten können. Sie spielen, um die unerträgliche Realität aushalten zu können.

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