Lennart Laberenz

Lennart Laberenz

Lennart Laberenz, geboren 1976, lebt und arbeitet Berlin.

Längenwasser

Roman. MS, ca. 180 S.

Vier Freunde, fünf Tage bis zu einem Aufbruch. Jule will weg aus der Stadt. Seit Jahren verfolgt sie ein traumatischer Übergriff im Park. Auf ihrer Abschiedsfeier zerstört eine Andeutung die romantische Rückschau auf die einstige Vierer-Freundschaft.

Synopsis

Am ersten Samstag im September treffen sich Jule und Jens, Hans und Timmo seit Jahren zu einer Feier. Alle sind mittlerweile Anfang Dreißig, haben gemeinsam die Schule einer ostdeutschen Kleinstadt besucht, sind später in dieselbe Stadt gezogen, wohnen rings um denselben Park, studierten an derselben Universität. Ein Unfall, den sie vor Jahren gemeinsam überlebt haben, verbindet sie. Jetzt aber ist Montag und Jule verkündet: Sie wird wegziehen, am Sonntag nach der Feier.

Die Vier waren keine Pioniere der Umbruchszeit, sondern ihre ersten Nutznießer: Sie wurden erwachsen in einem Moment als Ideale einer alternativen Welt mit passenden romantischen Freiräumen in Hedonismus umgekippten und sozialen Ausschluss zu produzieren begann. Und sie blicken auf Verletzungen und Verluste zurück: Jule entkam knapp einer Vergewaltigung, Hans hat fast jeden sozialen Kontakt verloren, weil er immer in Distanz zu Gruppen stand. Jens dagegen hat allerlei erreicht, nur erfüllt es ihn nicht, er lebt vom Geld seines Schwiegervaters und muss kaum etwas für sein Glück tun. Der illusionslose Timmo, dem der Unfall bleibende Schmerzen in der Hüfte hinterließ, hat Konsequenzen gezogen: Er lebt beinahe wie ein Tier in der Stadt, schärft seine Sinne für den Ernstfall, verlässt seinen Unterschlupf nie ohne sein Messer.

Längenwasser durchmisst die letzte gemeinsame Woche aus den unterschiedlichen Positionen in der Stadt, auf die alle plötzlich mit anderen Augen schauen: Wie Sedimente haben sich Stadtgeschichte und persönlichen Erlebnisse zwischen Häusern und im Park abgelagert. Die letzte Woche in derselben Stadt macht auch klar, wie wenig die Vier teilen: Sie sind von Klassenräumen, Bars, einer Kleinstadt, dann einem Viertel in einer größeren Stadt zusammengeführt worden, haben Umbrüche gemeinsam, aber doch jeder für sich erlebt. Längst hat sich zwischen die Vier die Rhythmen der Maschine gelegt, zu der eine Stadt werden kann, wenn man meint, zu allem „Ja“ sagen zu wollen, bei allem dabeisein zu müssen; um die man nicht ringen kann, wenn man die eigene Existenz auf dem Spiel steht; die einem banal vorkommen können, wenn man herausgeschleudert wurde, oder den Anschluss verpasst hat.

Excerpt

Lennart Laberenz: Längenwasser (MS)

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